Die Drogenhilfe Köln ist seit über 40 Jahren im Rhein-Erft-Kreis tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Suchtberatung, Prävention und Gesundheitsförderung. Mit derzeit 18 Einrichtungen und rund 200 Mitarbeitenden bildet sie ein etabliertes, gut vernetztes Verbundsystem der Suchthilfe. Die Einrichtungen der Drogenhilfe Köln befinden sich in Köln, dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie im Rhein-Erft-Kreis.
Zum Angebot der Drogenhilfe Köln im Rhein-Erft-Kreis gehören unter anderem die IBS-Beratungsstellen in Brühl und Bergheim, Außenstellen in Kerpen-Horrem und Pulheim, das Angebot des Betreuten Wohnens sowie die Fachstelle für Suchtprävention in Hürth.
Das geplante Angebot zur HIV-, STI- und Drogenprävention im Rhein-Erft-Kreis wird an die bisherigen Strukturen anschließen und gezielt weiterentwickelt. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen, Angehörige vulnerabler Gruppen sowie Fachkräfte in sozialen Einrichtungen zu erreichen und zu stärken. Kernpunkte des zukünftigen Angebots sind unter anderem:
Dieses Angebot wird als eine Fortführung der bisherigen Schwerpunkttätigkeit durch die AWO etabliert, jedoch an den Standorten unserer Beratungsstellen in Brühl und Bergheim und mit geringerem Stundenanteil. Um Hemmschwellen zu senken und Betroffenen zu ermöglichen, weiterführende Hilfen in Anspruch nehmen zu können, lernen Schüler*innen die Beratungsstellen und Berater*innen vor Ort kennen. Die Themen in den Workshops werden sein: sexuell übertragbare Infektionen (STI), HIV und Schutzmöglichkeiten, Sexualpädagogik und sexuelle Identität und sexualisierte Inhalte in sozialen Medien (Risiken, Grenzsetzung, Sexting). Diese Themen werden u.a. queersensibel eingebracht, um für Diskriminierungserfahrungen bei LSBTIQ*-Personen zu sensibilisieren. Darüber hinaus planen wir die Präventions- und Aufklärungsangebote zu HIV und STI um suchtpräventive Inhalte zu ergänzen.
- Dieses Angebot stellt ein neues Angebot dar. Wir werden speziell für Jugendliche offene Jugendsprechstunden anbieten zu Fragen zu Drogen, Sexualität, sexuelle Identität und Infektionsschutz. Des Weiteren planen wir Themenbezogene Gruppenangebote vorzuhalten mit Schwerpunkt „Liebe und Sexualität“, Cybermobbing etc. Daneben werden wir auch telefonische Kurzberatung und Chatberatung, gezielt für diese Altersgruppe anbieten. Durch diesen uneingeschränkten und niedrigschwelligen Zugang zum Hilfesystem können wie diese Zielgruppe gut erreichen.
- Hierbei führen wir ebenfalls ein neues Beratungsangebot ein, welches an den genannten Standorten stattfinden kann, um eine gute Erreichbarkeit zu ermöglichen und zu garantieren und ergänzen das Angebot um Chemsex-Sprechstunden für betroffene Männer in der LGBTQ*-Community.
In Kooperation mit unserer Suchtpräventionsstelle in Hürth planen wir Elternabende zu digitalen Risiken (z.B. pornografische Inhalte, Grooming), Aufklärung über chemische Substanzen im sexuellen Kontext (Chemsex) und zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen in Bezug auf Mediennutzung und Sexualentwicklung. Dies wird als ein neues Angebot eingeführt.
Besonders Angehörige von an HIV und STI-Erkrankten haben einen hohen Beratungsbedarf, den wir mit diesem erweiterten Angebot Rechnung stellen möchten. Auch hierbei handelt es sich um ein neu zu etablierendes Angebot.
- Hierbei handelt es sich um ein ergänzendes Angebot für LSBTIQ* -Personen zu den Themen Schutz, Aufklärung und Beratung zu HIV, STI und Drogenkonsum. Im Rhein-Erft-Kreis gibt es bisher kein spezifisches Angebot für diese Zielgruppe, die jedoch besonders gefährdet ist. Die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Resilienz queerer Jugendlicher, Aufklärung über sexuelle Gesundheit in Bezug auf LSBTIQ*-Lebensrealitäten (z.B. PrEP, safer sex, STI-Prävention), Thematisierung queerspezifischer Konsummuster (z.B. Chemsex, Selbstmedikation) und die Förderung von Schutzstrategien in digitalen Räumen und sozialen Medien werden Schwerpunkte der Beratung im Einzel- und Gruppensetting sein.
- Diese besonders vulnerablen Zielgruppen benötigen eine spezifische Herangehensweise und der Beziehungs- und Vertrauensaufbau steht dabei im Vordergrund. Eine enge Zusammenarbeit mit Institutionen, die Migrant*innen und Sexarbeiter*innen berät, ist dabei unerlässlich. Dies stellt ebenfalls ein neu zu konzipierendes Angebot dar.
In Kooperation mit unsere Fachstelle für Suchtprävention werden Schulungen von Fachpersonal themenspezifisch durchgeführt in Ergänzung zu der bestehenden Netzwerkarbeit. Dies soll zur Stärkung von Fachkräften im Umgang mit Risikoverhalten beitragen.
Die Drogenhilfe Köln bringt dabei ihr interdisziplinäres Fachwissen, ihre bewährten Präventionskonzepte und ihre Erfahrung in diskriminierungssensibler und lebensweltorientierter Ansprache ein. Durch die geplante Übernahme wird die Kontinuität des Angebots, wie dargestellt gewährleistet (Durchführung von Präventions- und Aufklärungsangebote für Schulklassen im geringeren Umfang, Beratungsangebote für Lehrer*innen), um einige neu zu konzipierende Angebote erweitert (Niedrigschwellige offene Sprechstunden für Jugendliche und Erwachsene, Chemsex-Sprechstunden, Elternarbeit, Angehörigenberatung, spezifische Beratungsangebote für queere Jugendliche und Erwachsene, Aufsuchende Präventionsarbeit bei Migrant*innen, Drogengebraucher*innen, Sexarbeiter*innen, Schulungen von Fachpersonal) und das bestehende Präventionsnetzwerk im Rhein-Erft-Kreis nachhaltig gestärkt.